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October
Künstler*innenkongress und Performancefestival: 29.-31.10.2020

Die Infektionszahlen steigen. Schweren Herzens haben wir uns entschieden, das Festival abzusagen. Hoffentlich nicht ersatzlos. Kommt gut durch diese Zeit! Euer TNT Team

ACHTUNG

ABGESAGT 

PROGRAMMÄNDERUNGEN!

 

Wir haben uns entschieden das Programm etwas zu kürzen und  jeden Abend nur einen Performanceblock, also zwei Performances à 30 Minuten von  19:30 – 21 Uhr zu zeigen. Dadurch kommen weniger Menschen zusammen, was uns unter den gegebenen Umständen angebracht scheint. Die Performances „We come with nothing“ von ONCE WE WERE ISLANDS und Sound of women* von Anna Krauß sowie das Gespräch „Wir brauchen euch!“ ebenfalls mit Anna Krauß und Martin Bien können leider nicht stattfinden. Auch das Karaokesingen – so sehr wir es lieben – muss vorerst ausfallen. Wir hoffen auf bessere Zeiten und holen alles nach, sowie es uns möglich ist.

FÜR DICH FÜR DICH FÜR DICH 2020 NICHT

Will you still need me, will you still feed me when i’m 64?
Die Freie Theaterszene erbt: Wie bringen wir den Generationswechsel gut über die Bühne?

Sie sind politisch und sozial engagiert. Sie haben Philosophie, Pädagogik, Soziologie oder gar nicht studiert. Als theaterbegeisterte Gruppe suchen und finden sie einen Raum, renovieren ihn aus eigener Tasche und fangen einfach mal an: Sie machen Theater. Sie spielen für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, egal, für alle, die sich interessieren. Sie touren mit ihren Stücken international. Dann kommt jemand, und sieht, dass es gut ist, was sie machen und gibt ihnen ein bisschen Förderung. Eine begeisterte Zuschauerin spendiert einen Scheinwerfer.

Jahrzehntelang produzieren und entwickeln sie Performances, mehr schlecht als recht gefördert, aber kontinuierlich. Diese Theatermacher*innen verwirklichen keine „Projekte“, sondern gründen gleich Kollektive fürs Leben. (Die sich auch wieder zerstreiten und neu sortieren.) Ganz nebenbei modernisieren und revolutionieren sie die bürgerliche Theaterhochkultur und erfinden neue Formate, die z.B in Hotels und auf Parkplätzen stattfinden und der Bildenden Kunst oft näher sind, als dem klassischen Sprechtheater.

So oder so ähnlich geht der Mythos von einer idealistischen Gründer*innengeneration, die jetzt in Rente geht/gehen will/ gehen könnte. Vor etwa 40 Jahren haben sie Theaterhäuser gegründet und Strukturen geschaffen, die wir freie Theaterszene nennen. Es sind die Strukturen, in denen wir heute selbstverständlich arbeiten, für die wir ausgebildet werden und die wir jetzt erben. Es ist ein umfangreiches Erbe einer Günder*innengeneration, das wir annehmen, verwalten und weiterentwickeln dürfen, wenn wir wollen. Wenn wir können.

Im Rahmen der dritten Ausgabe des Festivals FÜR DICH FÜR DICH FÜR DICH möchten wir über drei Tage einen Künstler*innenkongress abhalten: Hier führen wir Arbeitsgespräche mit Künstler*innen, Politiker*innen und Akteuren der freien Theaterszene über verschiedene Aspekte des Generationswechsels. Schwerpunkte werden dabei die Bedeutung von politischem Aktivismus im Theater früher und heute sein, das sich wandelnde Verhältnis zum Publikum und die sozialen und kulturpolitischen Weichen, die wir für nachkommende Generationen stellen müssen, um dieses Erbe angemessen weiterentwickeln und seine Vielfalt bewahren zu können.

In Ergänzung zu den verschiedenen Formaten des Künstler*innenkongresses (Arbeitsgespräche, Vorträge, Diskussionen und Workshops) werden wir an allen drei Abenden im Anschluss an den Kongress eigens für das Festival produzierte 2 x 30 Minuten Performances für Publikum zeigen: Künstler*innen aller Alters- und Professionalitätsstufen haben wir zu Arbeitsrecherchen am TNT eingeladen. An allen drei Abenden finden aufgrund der Zuschauer*innenbeschränkung jeweils zwei der hier entstandenen Performances statt.

Für das Festival wird das Theater auf eine größere Grundfläche ausgedehnt: Das Trauma, der Garten und ein Zelt stehen zum Aufenthalt zur Verfügung. Wir nehmen die Corona- Epidemie ernst und stellen ein Hygienekonzept bereit, dass allen Besuchenden größtmögliche Sicherheit gewährleisten soll.

Eintritt: freier Eintritt für die Diskussionen // 2 Abendperformances 12€/8€ // Workshop mit dem PENG-Kollektiv (mit Anmeldung) 10€

 

Programm:

29.10.2020

 

18 Uhr:

Eröffnung

 

18:10 Uhr:

Wir sind reich! (Gespräch und Diskussion): Veranstaltungssaal Trauma

 

19:30 Uhr: für 20 Personen

Once we were islands: We come with nothing und

                            stattdessen: Carlos Franke/ Maren Küpper 

                                                  Rafi Martin & Strombo: LOBILOBI

                                                  im Anschluss  Carola Lehmann: Activist Tarot

                                                  Künstler*innengespräch, Feuer & Suppe                                                  

 

 


 

30.10.2020

 

18 Uhr:

Für wen machen wir das hier eigentlich? Speeddating und Diskussion

 

19:30 Uhr: für 20 Personen

                                                Carlos Franke/ Maren Küpper 

 und

Katharina Oberlik: Born to be free 

Im Anschluss:   Carola Lehmann: Activist Tarot

          Künstler*innengespräch, Feuer & Suppe

 

31.10.2020

 

14:30- 18:30 Uhr:

Wie viel Aktivismus verträgt die Kunst? Workshop mit dem PENG- Kollektiv (mit Anmeldung für 10€ unter kontakt@theaternebendemturm.de! Optional: Eine Idee formulieren, mit der man sich beschäftigen möchte) 

 

19:30 Uhr: für 20 Personen

Ragni Halle, Jakob Schnack Krog, Gregers Krogsleiven-Hansen and Simon Zeller: Happy Vineyards und

Petra Weimer & Andrea Leonetti: 2 dirty old cool women research project

Im Anschluss:

          Carola Lehmann: Activist Tarot

         Künstler*innengespräch, Feuer  & silent Disco auf dem Parkplatz  mit DJ und Abstand

 

 


 

FÜR DICH FÜR DICH FÜR DICH wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Stadt Marburg