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May
Nearly Close Enough to Kiss No. 5
24. Mai - 1. Juni 2024 in der Neustadt 1
15-minütige Performances, Abendshows und Silent Disco auf der Straße
Anmeldung per kontakt@theaternebendemturm.de mit Angabe von gewünschter Uhrzeit, Performancetitel, Namen und Personenanzahl. Einlass frei!
Vom 24. Mai – 1. Juni 2024 lädt das TNT zur fünften Ausgabe von Nearly Close Enough to Kiss ein: ein innerstädtisches Festival in und vor dem leerstehenden Ladenlokal in der Neustadt 1 in der Marburger Oberstadt. Das Festival hat seinen Ursprung im Jahr 2020, als die Theater schließen mussten; in einem leerstehenden Reiseladen spielten wir anstatt des herkömmlichen Bühnenbetriebs pandemie-konforme, kleinere Vorstellungen für je eine Person. Auch dieses Jahr möchten wir Dir, verehrtes Publikum, wieder so nahe wie möglich kommen, und zwar – adäquat zu Frühlingsgefühlen – bis kurz vor dem Kuss!
Elf verschiedene Performances, Theaterstücke, Choreografien, Stories von jeweils 15 Minuten werden insgesamt 66 Mal gezeigt. Zusätzlich gibt es längere Konzerte und fünf Mal einen Audiowalk durch Marburg. Und weil Nearly Close Enough to Kiss ein optimistisches Projekt ist, soll auf zwei Silent Discos auch getanzt und gefeiert werden. Es dürfen natürlich inzwischen mehr als eine einzelne Person zu den Vorstellungen kommen, und zwar ganz ohne Eintritt. Denn Nearly Close Enough to Kiss No. 5 ist ein Geschenk. Von uns für Euch.
Beim Besuch einer der 15-Minuten-Performances erhältst Du einen Gutschein über 15% für Café Paprica und für Eiscafé Venezia.

Rolf Michenfelder | Am 28. August 2004 fotografierte ich in Hannover ein Straßenschild
Performance

am 24., 25. und 30. Mai
Neulich bei Potsdam, im Landhaus Adlon, mit Blick auf den Lehnitzsee, da haben sie darüber gesprochen, wer und was deutsch ist und sein darf. Der Martin hat dafür sogar schon einen Masterplan, den er dort vorgestellt hat. Sein Freund, der Götz, sagt: „Deutscher kann werden, wer sich auf Gedeih und Verderb auf die Seite des deutschen Volkes schlägt.“ Da fällt mir ein Boxkampf ein, der einst wegen undeutschem Boxen und ungenügender Leistung ohne Wertung beendet wurde. Und ein Mann, der nicht Deutscher Meister sein durfte. Und dass ich deshalb einmal in Hannover war.

 

Rolf Michenfelder | Ein älterer Mann (um die 70) tanzt (?) Franz Kafka
Performance

am 24., 25., 28., 30. Mai und 1. Juni
Laut Youtube gibt es „50 Franz Kafka Zitate, die du vor 30 gehört haben musst!“. Eins heißt: „Es gibt viel Hoffnung, nur nicht für uns.“
Und Wikipedia erklärt mir, dass „kafkaesk“ gebraucht wird für Situationen, die absurd und rätselhaft sind und als bedrohlich empfunden werden und in denen der Betroffene ein Gefühl der Unsicherheit und des Ausgeliefertseins erlebt.
Franz Kafka selbst schreibt am 16. September 1920 in sein Tagebuch: „Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.“ Und über ältere Männer schreibt er: „Auch alte Herren, die nackt über Heuhaufen springen, gefallen mir nicht.“

 

Victoria Schmidt | Steh auf, Muddi!
Stand up Comedy

am 24., 26. und 28. Mai
Elternschaft, ein lebenslanger Intensivkurs im Scheitern. Immer und immer und immer und… Das fängt schon mit der Schwangerschaft an. Falls Du überhaupt schwanger werden willst. Liest Du die richtigen Bücher? Machst Du brav die Louven-Diät? Und dann ist das Kind da. Und Du kannst es nur falsch machen. In den Augen der Anderen. In den Augen deines Kindes. In den Augen deines Spiegelbildes. Aber Du bist nicht allein! Nie wieder! Für immer.  Forever ever? Forever ever? (Outcast)

 

Matti Fischer | Abhandlung über das Weltall
Performance

am 25., 26., 30. Mai und 1. Juni 
Matti Fischer trägt einen Text vor. In dem Text geht es um das Weltall. Also um uns und alles andere. Den Text hat Gerhard Rühm 1966 geschrieben. Er ist also schon recht alt. Aber das macht nichts. Das Weltall ist auch schon recht alt. Und groß. Um seine Größe wird es in dem Vortrag gehen. Ansonsten passiert nicht viel. Vielleicht malt Matti noch ein Bild. Auf dem Bild wird das Weltall zu sehen sein. Und wir.

 

Zwoisy Mears-Clarke | The Unnamed Wake
Storytelling unter künstlerischer Mitarbeit von Virginia Krämer

am 24., 25. und 26. Mai & in deutscher und in englischer Sprache
Als Zwoisy einmal gefragt wurde, wie sich ein Text für eine erträumte Zukunft anhören würde, kam Zwoisy eine Geschichte in den Sinn. Zwoisy nannte sie „The Unnamed Wake“. Es ist eine Geschichte, die sich der Ungewissheit öffnet. Sie ist nicht damit beschäftigt, Lösungen zu finden, sondern versucht, sich im Mysterium zu verlieren und einen Weg zu finden, wie man inmitten von Unruhen weiterbestehen kann. Sie wird auf Englisch erzählt von Zwoisy Mears-Clarke und auf Deutsch von Virginnia Krämer.

Judith Altmeyer | Sorry fand den eher so :-/ Eine Humorstudie
Performance

am 31. Mai und 1. Juni 
Die Existenz des humoristischen Lachens wird auf ein Alter von 8 Millionen Jahren geschätzt und ist seit Beginn philosophischen Denkens beliebter Forschungsschwerpunkt. Während Platon im Akt des Lachens etwas Diabolisches vermutete, gewinnen Lachforschende heute die Erkenntnis, dass, wer häufig und intensiv lacht, das eigene Herz-Kreislaufsystem verbessert. Die Performance schließt sich der Lachforschung an und geht der essentiellen Frage nach, was die Spezies Mensch wirklich zum Lachen bringt und was nicht.

 

Carlos Franke | Verfallsdaten
Performance

am 30. und 31. Mai  
Was haben eine Affenmaske, eine Singende Säge und Rollsport miteinander zu tun? Was haben Audre Lorde und John Cage gemeinsam? Wer ist relativ jung, hat ein großes Herz und Knochen wie ein Vogel? Und wie sortieren Sie eigentlich Ihre Bücher? Etwa nach der Größe? Carlos Franke versucht eine ganz persönliche Sortierung: Nicht bloß der Bücher, sondern des ganzen Lebens.

 

Eva Streit | I only know how to exist when I am watched
Performance/Choreografie

am 25., 30. Mai und 1. Juni & in englischer Sprache
On my walks through the city, in my bed, in the shower, I zoom out, living in an alternative universe, so unrealistic it’s almost funny. I walk, making facial expressions, imagining myself as another version of myself. I’m playing this little show just for myself. But still there is always somebody else watching too. Sitting in a comfy armchair. Seeing right through me. Sitting in the distance, wondering. Sitting invisible in the back of my head.
This performance deals with the ways in which we encounter ourselves in our thoughts, the scenarios and people that accompany us there and the question of why I always feel like a man is watching me.

 

Sharon Jamila Hutchinson | CINEMA oder Wo der Fluss ins Meer mündet
Performance/Choreografie

am 25., 26. und 28. Mai & in deutscher, englischer und französischer Sprache
“CINEMA oder Wo der Fluss ins Meer mündet” ist Tage der Leichtigkeit. Ist “süß oder salzig?”
ist der Ort, wo Liebesgeschichte, Tod, Tragödie und Dokumentation so eng aneinander vorbeiLaufen, manchmal ineinander laufen, wie sonst nur im echten Leben und “Life imitates art.” Über die Kunst oder die Anekdote hinaus, ist das Kino ein Prinzip. Interdisziplinär fragt diese Arbeit von Sharon Jamila Hutchinson in 15-Minuten nach den Differenzen und Schnittmengen des Kinos und des Theaters und damit auch nach Möglichkeiten der Präsenz des bewegten Bildes in einem performativen Raum.

Yazan Tawakalna | Fünfzehn Minuten können ganz schön lang sein
Performance

am 25., 26., 28. und 30. Mai 
Was genau sucht hier, mein Sohn? Wir werden nicht erzählen, was Zeit ist, sondern was während dieser alles geschehen kann. Vom Stillstand bis zur Hast, vom Chaos bis zur Ordnung. Aber in der Lehre des Lebens kann ich dir Einiges sagen. In 5, 10, 20 oder 30 Jahren von nun an hast du keinen Plan, wo/wie/was du sein wirst. Was? Das könnte davon abhängen, an welchem Ort auf dieser Erde du startest, aber auch… Ich kenne jemanden… Wie?… Wo?…

 

Ragani Haas | Hopsen mit Marlies 1, 2 und 3
Performance/interdisziplinär

am 31. Mai und 1. Juni in un/verständlicher Sprache
to bounce – to hop – to lollop – to skip – Lies diesen Text wie ein Gedicht. Lass die Assoziationen treiben auf sägerauen Holzklötzen, eine skulpturale Tanzform, die ohne Krücke nicht gehalten werden kann; ein zu großer Hut im Paartanz der Gegensätze. Praxis und Theorie, Zuschauer*in mit Performer*in, Modell gegenüber Versuch, Hypothese bei Beweis, Experiment versus Konzept, fressen und gefressen werden, alle finden sich wieder in einem Dschungel räumlicher Spielerei und fragen sich verblüfft: ?

Rolf Michenfelder | Ich wär‘ so gerne Lars Eidinger
Performance

am 25. und 28. Mai
Irgendwie fühlt es sich für ganz viele Leute besser an, den Lars nicht zu mögen. Da heißt es dann zum Beispiel: „Wenn er in roter, knapper, samtiger Turnhose bei den Proben zum Jedermann in Salzburg rumläuft und Sprechübungen macht. Allein dieses Turnhöschen! Er kann nichts dafür, es gehört ja zum Kostüm, aber dass er damit auf Stöckelschuhen durch die Sitzreihen läuft, obwohl das vielleicht auch in Jeans und T-Shirt gegangen wäre, nervt, weil diese verdammte Hose so Eidinger ist.“
Also ich finde den Lars super. „Es geht darum, sich angreifbar zu machen, sich zur Disposition zu stellen“, sagt der Lars. Genau!

Pan Pan Theatre (Dublin) | CASCANDO
Outdoor-Performance/AudioWalk

28. und 29. Mai in englischer Sprache
Dauer ca. 45 Minuten
Trailer hier & mehr Informationen hier
Voranmeldung über kontakt@theaternebendemturm.de empfohlen!
Begleite Samuel Becketts kuriose Gestalten in eine unbekannte Zukunft. Die irische Theater- und Performancegruppe Pan Pan Theatre verleiht Samuel Becketts Hörspiel Cascando aus dem Jahr 1963 eine neue, eindringliche Energie und verwandelt es in eine fesselnde Erfahrung, bei der das Publikum Teil der Aufführung wird. In dunkle Umhänge gekleidet und mit Kopfhörern ausgestattet, wird das Publikum in einem rhythmischen, mitreißenden, choreografischen Gruppenerlebnis durch Marburg geleitet. Die Teilnehmenden lauschen dabei der zutiefst aufwühlenden und doch gebrochenen Geschichte eines Mannes, der verzweifelt versucht, eine Geschichte zu Ende zu bringen.

Frauen*Kammerchor | Ein Chor bei der Arbeit 
Offene Probe

Montag, 27. Mai um 20:30 Uhr
Wenn wir in ein Konzert gehen, hören wir immer das Endergebnis, aber wie entsteht so etwas? Sänger*innen des Frauen*Kammerchors lassen uns daran teilhaben. Der Frauen*Kammerchor Marburg bringt seit Jahren unter Leitung von Mareike Hilbrig Chormusik von Komponistinnen auf die Bühne – angefangen von Hildegard von Bingen bis heute – und verbindet klassisches Musizieren mit feministischem Handeln. Die Stadt Marburg würdigte diese Arbeit 2021 durch die Vergabe des Gleichberechtigungpreises an den Chor, der auch eng mit dem Archiv Frau und Musik in Frankfurt zusammenarbeitet. Sein neues Programm „Peace on Wings. Ein Friedenskonzert“ ist in Marburg am Sa., 6.7.2024, um 18:00 Uhr in der Lutherischen Pfarrkirche zu hören.

 

Kristin Gerwien | I’m a lover of music until I die
Konzert

Mittwoch, 29. Mai um 21:00 Uhr 
Kristins Liebe zur Musik hat viele Seiten. Als ehemalige Co-Performerin von M.O.M.I., als Kuratorin von »Juckpulver«, als Karaoke-Sängerin in Cocktail- Bars, als begeisterte Konzertgängerin. Sie hat das Noise-Projekt »Witness Wounds« ins Leben gerufen und gerade in Berlin die Medley-Band »The Spoonies« mitgegründet. Lieder schreibt sie seit ihrer Teenagerzeit, mal auf deutsch, meistens auf englisch. An diesem Abend wird sie Euch ihre eigenen Songs vorsingen.

& Silent Disco mit Isolita & Baris und Semper & DJane Irrmixer
an Samstagabenden jeweils um 21:30 Uhr!

Das Festival wird gefördert von der Stadt Marburg und dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.