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April

Heimat oder die Insel der Glückseligen

2. Sitzung des alternativen Heimatministeriums
am 08.5. um 20.00 Uhr
Jenseits eines volkstümelnden Heimatbegriffs hält das Theater neben dem Turm mit interessierten Bürger*innen, mit Künstler*innen sowie neuen und alten Marburger*innen Sitzungen eines diversen und alternativen Heimatministeriums ab. 

In der Auseinandersetzung mit dem Begriff „Heimat" hat sich das TNT auf unsicheres Terrain begeben. Uns wird zunehmend deutlich wie weit der Assoziationsraum, der mit „Heimat" verbunden ist reichen kann, wie individuell die mit diesem Wort verbundenen Konnotationen sind. Etwas ist uns dabei klar geworden: Heimat ist ein Sehnsuchtsort, der, in mit Nostalgie besetzten Gedanken, als unscharfes Bild gezeichnet wird. Ein Ort der Kindheit, der Erfahrungen, der Sozialisierung. Aber auch ein Nicht-Ort, insofern als dass man eine Heimat auch in der Sprache, der Musik, in einem bestimmten Gericht oder Geruch, also in nicht geographisch zu umreißenden Landschaften, finden kann.

Orte, Gesellschaften sowie die persönlichen Bezugspunkte und Erfahrungshorizonte sind in stetem Wandel begriffen. So scheint sich gerade der Heimatbegriff zunehmend mit dem Gefühl eines permanenten Verlustes aufzuladen. Das macht „Heimat" zu einem gefährlichen Wort, wenn es zur politischen Waffe hochgerüstet wird, spricht es doch vor allem die mit Verlustängsten infizierten und aufgepeitschten AfD-Wähler und Pegida-Massen an.

Mit der zweiten Sitzung des alternativen Heimatministeriums begibt sich das TNT auf eine Gratwanderung zwischen die Steilhänge von Utopie und Dystopie und versucht zu erkunden was in den Tälern zu beiden Seiten an Gefahren, Hoffnungen, Möglichkeiten und vertanen Chancen zu finden ist.
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