Programm

Programm

14. Oktober

Válek Merta Tarnovski: Metal

Válek Merta Tarnovski: Metal

Mi, 14. Oktober, 19:30 Uhr

Válek Merta Tarnovski ist ein Trio, das Bildende Kunst, Installation und Musik humorvoll und spannungsreich verbindet. Zwischen kinetischen Objekten von Petr Válek, selbstgebauten Synthesizern, Steinen, Ästen, Küchenwerkzeug und Fundstücken entfaltet sich in Echtzeit eine facettenreich tönende Performance von knisternder Energie: Metall auf Metall, Metall auf Holz, Metall auf Haut. Es wird gesurrt, geklimpert, geknarrt und geraschelt. Das Trio bewegt sich spontan, rauh und zugleich feinsinnig durch seinen installativen Aufbau und pendelt verspielt zwischen Mysteriösem, Rätsel und Fiktion. METAL ist eine Hommage an das Materielle, Konkrete und Imaginäre.
Das Trio reist für Juckpulver aus Tschechien an. Es veröffentlichte 2023 sein Debütalbum Metal Flaming Pines. Ihr zweites Album Punctum erschien im März 2026 beim selben Label.

Eleni Poulou: Perusing the Hidden Obvious, Pointing Upwards

Eleni Poulou: Perusing the Hidden Obvious, Pointing Upwards

Mi, 14. Oktober, 21:00 Uhr

Perusing the Hidden Obvious entfaltet eine Geschichten in mehreren Ebenen. In ihrer neuen Arbeit arbeit Eleni Poulou mit Stimme, Tape-Aufnahmen und Synthesizer. Sie beschwört und beschreibt die Gegenwart mit Sprachaufnahmen ihrer Poesie, live gesprochenen Liedtexten sowie Tönen und Melodien aus einer nächstmöglichen Zukunft und Vergangenheit. Was sie sieht und hört, wird durch einen Collagenprozess verstärkt.
Eleni Poulou ist DJ und Radio-Host von “Elope” im Berliner Cashmere Radio und im Athener “Kastra” auf Stegi Radio. Sie war langjähriges Mitglied der Band The Fall and Shizuo.

15. Oktober

ONCE WE WERE ISLANDS & Ruby Louise Rose: Seven Songs of Yearning

ONCE WE WERE ISLANDS & Ruby Louise Rose: Seven Songs of Yearning for a New World, Sung by a Starship

Do, 15. Oktober, 19:30 Uhr

In diesem queer-futuristischen Werk verflechten poetische Texte mit den Klängen von Bassgitarre und elektronischen Sounds, um die Geschichte queerer Menschen auf der Flucht zu erzählen. Auf einem von Sehnsucht angetrieben Raumschiff bewegen diese sich durch den Weltraum.
Die Musik und Songs stammen von Ruby Louise Rose, die Texte von ONCE WE WERE ISLANDS. Aslan, Chris und Ruby entführen ihr Publikum in einen Kosmos aus modulierten Stimmen und analog-digitalen Klängen, der sich weit entfernt und zugleich ganz nah anfühlt.
Seven Songs of Yearning for a New World, Sung by a Starship ist die erste Bühnenkooperation zwischen dem Queeren Kunstkollektiv ONCE WE WERE ISLANDS, das bereits 2024 bei JUCKPULVER auftrat, und der Trans-Künstlerin Ruby Louise Rose. Die drei Künstler*innen leben und arbeiten in Finnland.

SITOI / Lucien Sargant

SITOI / Lucien Sargant

Do, 15. Oktober, 21:00 Uhr

SITOIs intensive Live-Präsenz und bezaubernde Stimme finden in der finnischen Sprache Ausdruck für geheimnisvoll-unheimliche Visionen von Körperlichkeit, Gefühle und Begehren. Fantastische Bilder und Metaphern nähren sich aus alltäglichen Beobachtungen und treffen auf die atmosphärisch-experimentellen Club-Kompositionen von Musiker*in Exploited Body (Helsinki). SITOIS Poesie und Spoken Word Kompositionen erschaffen eine Atmosphäre, die den Anwesenden einen Schauer über den Rücken rieseln lässt.
SITOI ist multidisziplinäre*r Künstler*in aus Finnland und lebt aktuell zwischen Berlin und Manchester. SITOI wird bei JUCKPULVERvon Live-DJ Lucien Sargant aus Manchester begleitet.

16. Oktober

Rey & Raw

Rey & Raw

Fr, 16. Oktober, 19:30 Uhr

Rey & Raw bringt drei kreative Perspektiven und unterschiedliche Ausdrucksformen zusammen: die kraftvolle Soul- und R&B-Stimme von Latoya Rey mit den auf den Punkt gebrachten, ungefilterten Lines von den Rappern Lukke und R.O.N. Latoya verleiht den Tracks melodische Tiefe, während R.O.N. und Lukke mit ehrlichen, harten Raps die klassischen Strukturen aufbrechen. Dabei sorgt der unverkennbare Soundteppich für ein massives Fundament. Das Ergebnis ist moderner Hip-Hop mit viel Herz, Kante und einer gewaltigen Portion Live-Energie.
Latoya Rey findet: Marburg bietet zu wenig Räume für Hip Hop, und Hip Hop zu wenig Raum für Frauen mit Behinderung! Rey & Raw halten dagegen und haben 2025 ihren Hit „Sunshine“ veröffentlicht und waren dieses Jahr bereits bei der Musikveranstaltung „No Risk No Funk“ im Marburger Café Trauma und bei 3 Tage Marburg zu erleben.

jacob & companions: Sceptical Birds

jacob & companions: Sceptical Birds

Fr, 16. Oktober, 20:15 Uhr

Die Vögel singen nicht aus Freude, sondern weil sie etwas zu sagen haben. Die Konzertperformance Sceptical Birds sucht nach einem eigenwilligen Verständnis von Tiersprachen und den existentiellen Fragen, die sich in ihnen verbergen. Synthesizer und Gesang in der abendlichen Kirche bieten dafür die Kulisse: Durch Zwielicht bewegt sich staksig eine androgyne Figur und beginnt mit einer Stimme zu singen, die zwischen den Geschlechtern und Sprachen schwebt.
Die Musik von Jacob Bussmann nimmt die melodischen Wendungen und die kreisenden Wiederholungen von Vogelrufen auf, ohne sie naturgetreu zu imitieren. Die verschlungenen Kompositionen lösen sich von traditionellen Pop-Strukturen, zerfallen in Silben und geben sich der großen Geste hin.
Musik/Performance: Jacob Bussmann
Dramaturgie: Henrike Kohpeiß
Kostüm: Rahel Kesselring
Choreografie: Hanna Steinmair
Licht: Carina Premer
Klangregie: Rupert Jaud

M.Sayyid

M.Sayyid

Fr, 16. Oktober, 21:30 Uhr

Hämmernde Synthesizer-Beats, verschachtelte Rap-Lyrics: M.Sayyid ist Lyriker, Produzent, bildender Künstler und Gründungsmitglied der New Yorker Alternative-Hip-Hop-Gruppe Antipop Consortium. Aktuell erscheint eine Sammlung seiner Zeichnungen als Buch und die gleichnamige EP „Follow the Sun“.
M.Sayyid lebt sein kreatives Leben zwischen Paris und Oakland.

17. Oktober

Kiwitt, kiwitt, chickadee, frrr – Birdsong-Chor-Workshop

Kiwitt, kiwitt, chickadee, frrr – Birdsong-Chor-Workshop

Sa, 17. Oktober, 10:30 Uhr

Vögel singen nicht aus Freude, sondern weil sie etwas zu sagen haben. Etwas, von dem wir nicht genau wissen, was es ist. Denn der Variantenreichtum von Vogelgesängen geht über Erklärungsversuche hinaus, welche die Vogelgesänge auf Funktionen wie Werbung oder Warnung beschränken. Oft scheint das, was da kommuniziert wird komplexer, verrückter, schöner als für ein schlichtes Signal nötig ist.
Im Workshop nähern wir uns den Vogelstimmen durch Nachahmung und entwickeln eigene menschlich-vogelartige Rufe und Gesänge. Dazu werden wir unterschiedliche Register und Funktionen unserer Stimmen erkunden. Außerdem werden wir bestehende Lieder ausprobieren, die in vergangenen Jahrhunderten den Vögeln abgelauscht und in menschliche Weisen verwandelt wurden.
Es geht um Vermischungen von menschlichem und vogelartigen Singen. Und ebenso um Verschränkungen von Räumen: für den Workshop wird der Kirchenraum der E-Kirche mit seinen spezifischen Positionierungsmöglichkeiten und Echo-Wirkungen zum Revier, in dem die Vogel-Menschen hörbar werden.
Für den Workshop ist vor allem Neugier auf vogelige Erfahrungen der eigenen Stimme und Spaß am Singen wichtig. Musikalische Vorkenntnisse nicht.
Workshop-Leitung: Jacob Bussmann
Voraussetzungen: Wichtig ist vor allem Neugier auf vogelige Stimmerfahrungen und Spaß am Singen. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

agar agar

Martina Moro / Fabian Lanzmaier: agar agar

Sa, 17. Oktober, 19:30 Uhr

agar agar ist eine audiovisuelle Performance von Martina Moro und Fabian Lanzmaier. An der Schnittstelle analoger und digitaler Verfahren entstehen Projektionen auf Leinwand, bei denen Musik und bewegte Bilder miteinander korrespondieren. In einem konsequent kollaborativen Prozess entwickeln sich dabei Bild und Klang in wechselseitiger Abhängigkeit und verschmelzen zu einer synästhetischen Erfahrung. Die künstlerische Sprache von agar agar entzieht sich einer eindeutigen Lesart und bewegt sich zwischen fluider Narration und sinnlicher Wahrnehmung.
agar agar ist ein in Wien ansässiges Projekt der bildenden Künstlerin Martina Moro und dem Musiker und Soundkünstler Fabian Lanzmaier.

Latoya Rey

Latoya Rey

Sa, 16. Oktober, 20:15 Uhr

Latoya Rey ist eine blinde, Schwarze Sängerin, die mit ihrer Stimme Themen wie Empowerment, Feminismus und Inklusion auf die Bühne bringt. Mit einfühlsamen Cover Interpretationen und energiegeladener Performance schafft Sie Momente, die bewegen. Schon in jungen Jahren stellte sie sich auf jeden Tisch – die Bühne war von Anfang an ihr Zuhause. Inspiriert von Beyoncé, Amy Winehouse und Nicki Minaj war ihre Stimme immer ihr Weg, um gehört zu werden.
Nach einem gravierenden Sehverlust fand sie in Ihrer Arbeit als Peerberaterin in der Ergänzenden Unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) neue Stärke darin, ihrer Erfahrungen mit anderen zu teilen und sich für Teilhabe und Sichtbarkeit einzusetzen. Ihr Selbstverständnis als Schwarze, blinde Frau wurde durch die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland maßgeblich geprägt. Diese Perspektiven fließen mit in Ihre Musik ein – nicht als reine Botschaft, sondern als Teil ihrer künstlerischen Identität.

Wolf Eyes

Wolf Eyes

Sa, 17. Oktober, 21:00 Uhr

Wolf Eyes ist eine experimentelle Musikgruppe aus Michigan, die 1998 gegründet wurde. Bekannt für ihren unverwechselbaren und kompromisslosen Sound, verbindet die Band Elemente aus Noise, Industrial und Avantgarde-Musik zu Kompositionen, die zugleich verstörend und hypnotisch wirken. Im Laufe der Jahre hat Wolf Eyes einen umfangreichen Katalog an Alben und EPs bei zahlreichen unabhängigen Labels veröffentlicht.
Für ihre intensiven und unberechenbaren Live-Auftritte bekannt, genießt Wolf Eyes international Anerkennung als eine der innovativsten und herausforderndsten Formationen der experimentellen elektronischen Musikszene. Heute besteht das Duo aus John Olson und Nate Young, die seit über zwei Jahrzehnten zusammenarbeiten und dabei die Grenzen klanglicher Erkundung immer wieder ausloten
„Self Embalmed“ ist die jüngste Veröffentlichung von Wolf Eyes: eine Picture-Disc-LP, die im Herbst 2026 erscheint.

18. Oktober

Gottesdienst mit Pfarrer Matti Fischer

Gottesdienst mit Pfarrer Matti Fischer

So, 18. Oktober, 10:00 Uhr

JUCKPULVER findet seinen Abschluss im Gottesdienst mit Pfarrer Matti Fischer. Dort wird zudem die im Birdsong-Chor-Workshop entstandene vokale Musik von den Teilnehmenden präsentiert.