19

September

#TakeCareResidenzen- wir sind dabei!

 

Ermöglicht durch NEUSTART KULTUR – das von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanzierte Rettungs- und Zukunftspaket für den Kultur- und Medienbereich – setzte der Fonds Darstellende Künste mit #TakeCareResidenzen im Oktober 2020 ein Förderprogramm auf, das sich an selbstbeauftragt arbeitende Künstler:innen/-gruppen der Freien Darstellenden Künste richtete.
Ziel des Programms ist es, die für viele Künstler:innen/-gruppen wichtigen Verbindungen zu freien Theater- und Tanzhäusern, die durch pandemiebedingte Absagen von Projekten und Aufführungen unterbrochen wurden, zu stabilisieren und zu stärken.
#TakeCareResidenzen stellte daher diese Verbindungen durch die Förderung von Residenzen in den Mittelpunkt und beförderte ergebnisoffenes künstlerisches Arbeiten an rund 40 über die gesamte Bundesrepublik verteilten Produktionsorten, darunter das TNT, die in zwei bundesweiten Netzwerken zusammengeschlossen bzw. mit diesen assoziiert sind.
©Asja

 

Die Stipendiat*innen des TNT und ihre Projekte sind:

 

Look At Me! | Stefanie Tauber

„Was, wenn eine Krankheit oder ein körperlicher Zustand Vorhaben verhindert, Entfernungen ins Unendliche vergrößert, Pläne durchkreuzt und Orte zu schwer erreichbaren Sehnsuchtsorten macht?“ Steffi Tauber beschäftigte sich in ihrer Residenz mit dem unbefangenen Hingucken und ihrer Krankheit Multipler Sklerose.

Fallen | Clara Reiner

„Im Rahmen der #TakeCareResidenz setzte sich Clara Reiner mit dem Themenkomplex ‚FALLEN‘ auseinander. In Ihrer Recherche wurden Aspekte des Fallens mit Text, Choreographie und Druckgraphik interdisziplinär untersucht.“

Do Not Click, Scroll or Type | Aran Kleebaur

„Die #TakeCareResidenz, die Aran Kleebaur unter dem Projekttitel Do Not Click, Scroll or Type absolvierte, erlaubte ihm eine erste ausführlichere Beschäftigung mit der Frage, was für körperliche und mentale Zustände und Erfahrungen durch die Nutzung von und das gegenwärtige Leben mit Internet-Plattformen und deren zugehörigen Technologien auftreten.“

Sirens | Carolina Mendonça

„Für mich hatte diese Residenz einen großen Einfluss. In einem Jahr, in dem die Horizonte für die darstellenden Künste so schwierig waren, war es extrem wichtig, alle Mittel zu haben, um unser Feld zu erforschen, ohne reagieren zu müssen oder Antworten auf die Fragen zu finden, die sich aus diesem kritischen historischen Moment ergaben. Ich konnte bestimmte Fragen aufrechterhalten, während ich gleichzeitig die Mittel hatte, um mögliche Antworten zu erproben.“

VERDACHTSFLÄCHE ALTLAST | Sara Trawöger

„Im September 2020 wurde in Hessen ein jährlicher Probealarm neu eingeführt, der in Zukunft am zweiten Donnerstag im September passieren soll. In der Recherchephase analysierte ich den Zusammenhang von Rhythmus, (Körper-)Bewegung, (Resonanz-)Raum, Disharmonie, (Un-)Heimlichkeit, Kollektivität und das Verhältnis der Begriffe von TECHNIK und SENSIBILISIERUNG in Hinsicht auf eine zukünftige Musik-Performance mit dem Titel VERDACHTSFLÄCHE ALTLAST.“

All On The Table | Ida Daniel

Ida Daniel gazes contemplatively upon a table. Not only one. She takes it for its pure form and function, but also as space for poetical thoughts and imaginary projections.
Her research started from the understanding that the table is simultaneously a measure for closeness and distance. Her intended focus was on the horizontality of the table that allows it to become a field of imaginary activities, nonlinearity and by that – a field for training our imagination to prefigure worlds that are otherwise difficult to imagine. close to a board game, the performative situation invites you to think along and enjoy the emotions coming from that.

Vom Verschwinden | Chris Herzog

Im Rahmen der takepart-Residenz Vom Verschwinden hat Chris Herzog sich im Zeitraum von Februar bis März 2021 ausgehend von Hauptmanns De Waber mit dem Phänomen des Verschwindens auseinandergesetzt.

The story of the Vivian girls | Ole Wulfers

Zu den Vivian girls, den Protagonistinnen im literarischen und visuellen Werk des Künsters Henry Darger hat der Musiker und Bildender Künstler Ole Wulfers zwei Monate lang recherchiert. Ausgehend von Motiven in den Zeichnungen Dargers beschäftigt er sich mit den von sieben Mädchen ausgeführten Racheakten, die diese an sadistischen Erwachsenen ausüben.

Materialrecherche: Drei Künstlerinnen unterhalten sich über…  | Rita Hausmann

Rita Hausmann hat die Zeit des TakeCare Residenzstipendiums genutzt, um Fähigkeiten im Porträtmodellieren zu trainieren und mit den Materialien Leim und Gewebe für Kaschuren zu experimentieren, um so zu einer neuen Ästhetik für Puppenköpfe zu finden. Die zweimonatige Residenzzeit gab die Freiheit, neue Arbeitsweisen zu entwickeln und Erfahrungen in der Verarbeitung mit neuen Materialien zu sammeln.

Anwesenheit und Intimität | Nils Kreysing

Corona hat neue Rahmenbedingungen für Aufführungen im Theaterraum mit sich gebracht: Die Luft, die wir und unser Publikum dort atmen, ist zu einem Infektionsrisiko geworden. Darsteller*innen müssen untereinander und zu den Zuschauer*innen einen behördlich verordneten und auf medizinischen statt künstlerischen Kriterien basierenden Abstand einhalten. Nähe und Intimität sind unter diesen Bedingungen nahezu unmöglich.
Aber was ist, wenn man diese Einschränkungen nicht als solche wahrnimmt sondern derart überspitzt und die damit einher kommenden Erwartungen derart bricht, dass neue kreative Möglichkeiten mit eindringlicher Intimität entstehen? Was ist, wenn es nur eine Person im Publikum und nur eine Person auf der „Bühne“ gibt?

Verkapselt | Asja Mahgoub

Für die Recherche „Verkapselt“ setzte Asja sich ein fiktives Setting: Eine Raumkapsel ist notgelandet, in ihr sitzen die Astronaut*innen auf engstem Raum und verhandeln darüber, was sie nun am besten tun sollten. Können sie in Kontakt treten mit dem, was potenziell da draußen ist? https://asja.works

3D-Brillen und Mythenbildung | Carlos Franke

Zweifarbige 3D-Brillen („Anaglyphenbrillen“, die es in rot-blau, rot-grün und anderen Kombinationen gibt) und buntes Theaterlicht – geht das zusammen? Das war praktischer Gegenstand der Versuche von Carlos Franke. Ergebnis: Ja, aber auf unerwartete Weisen!

Hardest word to say | Arnita Jaunsubrena

„Dank des Stipendiums war es möglich im Rahmen der Recherche für das Projekt “Hardest word to say” eine erstmals breitere theoretische Forschung zum Thema – NEIN sagen, durchzuführen. Da es nicht auf ein Endprodukt auslaufen sollte, war es möglich das Thema erstmals ohne es zu lenken zu untersuchen. Vor allem hat dieser hierarchiefreier Rechercheprozess dazu geführt, dass unterschiedliche Einflüsse und Materiale der Recherche gleichberechtigt behandelt worden sind.“

Weitere Informationen: