29

November

#TakeHeart

Mit #TakeHeart setzt der Fonds Darstellende Künste im Rahmen von NEUSTART KULTUR – dem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanzierten Rettungs- und Zukunftspaket für den Kultur- und Medienbereich – seine umfassenden Fördermaßnahmen fort. Ziel der neuen Programmlinien ist es, die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Kulturbereich abzumildern, den Wiederbeginn kulturellen Lebens in Deutschland zu befördern, Künstler:innen Planungssicherheit und zugleich neue zukunftsweisende Perspektiven für die Entwicklung der Freien Darstellenden Künste zu ermöglichen. Im Rahmen einer Residenzförderung durfte das TNT Künstler*innen mit einer Förderung von je 5000€ unterstützen.
Die Residenzförderung ist ein Förderprogramm des Fonds Darstellende Künste e.V. im Rahmen von Neustart Kultur: #TakeHeart, finanziert aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Realisiert durch das Bündnis internationaler Produktionshäuser, das Netzwerk freier Theater und das flausen+bundesnetzwerk.
Dies sind einige unserer Residenzler*innen 2021/2022:

Meri Koivisto

Die Rechercherarbeit „Das Schicksal einer Falschverstandenen“ beschäftigt sich mit dem Thema Sprache,  zwischenmenschlicher Kommunikation und der eigenen Überzeugungskraft. Wie gehen unterschiedliche Charaktere kreativ mit der Herausforderung richtig verstanden werden zu wollen um?

 

 

 

 

 

Laura Schilling

Laura Schilling recherchiert zur Geschichte der Landesheil- und Pflegeanstalt Hochweitzschen in der Zeit des Nationalsozialismus und untersucht dort durchgeführte Zwangssterilisationen. Wie können sich die recherchierten Geschichten in das Gedächtnis des Ortes einschreiben, wie kann man die „Zeitschaft“ (Ruth Klüger) des Ortes durch performativ-kuratorische Praxis zugänglich machen?

 

 

 

 

Jan Gehmlich

Jan Gehmlichs Recherche setzt sich mit der Frage auseinander, wie ein Onlinearchiv progressiver, sozialer Bewegungen der Weltgeschichte aussehen könnte, dass diese nicht als vereinzelte Held_innengeschichten erzählt, sondern sie über Gemeinsamkeiten ihrer Aktions- und Kommunikationsformen zusammenbringt und dabei Kunstwerke und Literatur vorstellt, die sich mit ihnen auseinandergesetzt haben.

 

 

 

 

Charlotte Simon

Charlotte Simon bearbeitet die faszinierende und zwiespätige Figur des „Flintenweibs des 19. Jahrhunderts“, der „Katastrophen Jane“ in Form von Text, Bild, Bewegung, Lied. Sich an analoge Klangproduktion zurückwagen, die Legende entmystifizieren, die E-Gitarre verstimmen und Material für Songs, Kostüm und Bühne sammeln sind die Ziele der Residenz.

 

 

 

 

Asja Mahgoub

They Ate It!
Eine ungemütliche Suche nach den kannibalistischen Praktiken Europas, welche die eurozentrische Geschichtserzählung ad absurdum führt. Die Recherche widmet sich widerständigen und verdeckten historischen Ereignissen, ausgehend von Richard Suggs „Mummies, Cannibals and Vampires“.

 

 

 

 

Amélie Haller

Die Performance-Künstlerin Amélie Haller erforscht in ihrem Projekt ‘Listening as Waiting (for each other)’ die Stille als Voraussetzung eines Einander-Zuhörens. Eine solche Stille interessiert sie als eine mögliche Praxis des Zusammenseins und der Koexistenz, die keine gemeinsame Sprache erfordert. Außerdem interessiert sie sich dafür, wie Stille im Zusammenhang mit Gender und Feminismus steht, etwa, wie ein Schweigen (und nicht nur das Durchbrechen dessen) als feministischer Akt der Verweigerung und der politischen Unterbrechung verstanden werden kann. Wie kann ein Dialog der Stille entstehen? Ein Dialog der lediglich sich selbst lauscht, ein Dialog, der keiner ist, weil er sich nur ankündigt? Wie kann eine Stille aussehen, klingen, sich anfühlen, die keinen narrativen Apparatus mehr um sich herum erfordert, sondern die ‘einfach da ist’?

 

Nicole Horny

FRACTIONALS (Recherche) befragt den Raum zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Disziplinen und überprüft, ob und wie das Phänomen „Bruch“ in diesem Raum zur performativen Verhandlungssache werden kann.

 

 

 

 

 

Rolf Michenfelder

Die Recherche von Rolf Michenfelder beschäftigt sich mit verschiedenen Potentialen von Abwesenheit und fragt, wie sie im Theater zu einer wahrgenommenen Abwesenheit werden kann. Es geht um Abwesenheit als künstlerisches Produktionsmittel, um die Herstellung von wahrnehmbarer Abwesenheit in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel von Sichtbarkeit, Hörbarkeit, Vergangenheit oder Eindeutigkeit.

 

Inga Blix

Wie Theater spielen, wenn das Publikum hinter der Kameralinse sitzt? Ist das noch Theater? Wird Theater nach der Pandemie Theater vor der Pandemie sein? Die Künstlerin sucht Antworten, in kurzen Performanzen, mit verschiedensten Materialien, Sand, Textil, Metall, mit Sound und Licht. Sie wird scheitern und auch erfolgreich sein, alleine vor der Kamera, Theater performen im Nichtsaal, Theater im leeren Raum.

 

 

 

 

Anne Decker

Wer spart, verliert. Dank Inflation und niedriger Bankzinsen. Finanzberatungen empfehlen Vorsorge. Entweder wieder durch Sparen oder durch Spekulieren an der Börse. Gibt es keine Alternativen? Wie könnte eine performative Finanzberatung aussehen, die Geld geschickt am Finanzmarkt vorbeiführt und einen Dialog über die Verteilung von Vermögen und bisher fehlende experimentelle Anlagemodelle schafft?

 

 

 

 

Rita Hausmann

Sparkling Mens ist eine Recherche zur Entwicklung und digitalen Präsentation einer Kostüm- und Modeserie zum Thema Menstruation.  Ein comicartiger, glitzernder Blutfluß auf Hosen und Röcken soll in verschiedenen Varianten aus Pailletten und anderen glitzernden und farbig leuchtenden Stoffen umgesetzt werden. Es entsteht eine digitale DIY-Anleitung aus einer Serie von Zeichnungen und Fotos.

 

 

 

Steffi Tauber

„Selbst.Gesund“ geht unter die Oberfläche konventioneller Vorstellungen von Gesundheit und fragt (multimedial und synästhetisch): Braucht Krankheit wirklich immer Heilung oder ist sie ein wichtiger Teil des Facettenreichtums menschlicher Existenz? Wie klingt Gesundheit? Welche Farbe hat sie? Und: Sollten wir alle ein bisschen krank sein, damit unsere Gesellschaft sich entschleunigt und gesundet?

 

 

 

 

Victoria Schmidt

Die Recherche PANIC ROOM möchte Panikattacken und Depressionen als Krankheiten, sowie den Panikraum als Schutzraum gegen Angriffe von außen, als auch eine Möglichkeit der Panik Raum zu geben, erforschen. Im Umfeld der Künstlerin sind meist Mütter betroffen. Der Wunsch nach mehr Gleichberechtigung, Wertschätzung der Care Arbeit und Perfektionsstreben treffen aufeinander. Wann wird aus Wunsch eine Notwendigkeit?

 

 

 

 

Lizzy Geble

Durch die Pandemie lernte das Theater die Wichtigkeit von Mitschnitten ihrer Produktionen kennen. Oft wird es als Behelf gesehen, sodass die Stücke nicht verschwinden, sondern wenigstens abgefilmt werden. Daraus entwickeln sich jedoch neue Formate, welche während der Residenz erforscht werden.

 

 

 

 

 

Carlos Franke

Geselligkeit gut, Einsamkeit schlecht – oder? Hat Einsamkeit nicht auch gute Seiten? Welche? Und falls Einsamkeit gut ist, was heißt das für ihre vermeintlichen Gegensätze: Gemeinschaft und Liebe? Gibt es neben asketischer auch erotische Einsamkeit?
Carlos Franke untersucht die Empfindung zwischenmenschlicher Enge und die Möglichkeit sozialer Wertschätzung des Alleinseins.

 

 

 

Aran Kleebaur

In dem Recherchevorhaben „when the ugly old normal comes back to the fore“ wird sich Aran Kleebaur mit ambience, atmosphere und noise in Bezug auf die Strukturierungen und Erfahrungen vom Alltag auseinandersetzen. Er wird sich dabei mit der Frage beschäftigen wie man den Alltag und insbesondere dessen verschiedenartigen, subjektiven und doch auch kollektiv erlebten Hintergrundatmosphären künstlerisch-kritisch für eine Performance verarbeiten kann. Konkreter wird es dabei um die akustischen, affektiven und materiellen Hinter- und Untergründe des Alltags gehen und um dem Versuch, deren Bewegungen und Rhythmen sozusagen aus dem Background des alltäglich Gelebten heraus zu ziehen und in den Vordergrund einer analytischen und zugleich intensivierten Beobachtung zu stellen.

 

Camil Morariu

Arbeitstitel: Das nächste Spiel ist immer das nächste
Die Fussball WM in Katar hält die Welt in Atem. Trotz aller Kritik werden wieder Millionen weltweit zuschauen. Was macht also die Faszination Fussball aus? Und was hat das alles mit uns zu tun? Können wir uns diesem gesellschaftlichen Sog entziehen? Was ist der Preis Teil einer Gemeinschaft zu sein? Eine Untersuchung zwischen Heldenverehrung und Konsum, Extase und der Bitterkeit der Niederlage.

 

 

Ji Sun Hagen

In „Archiv 9579“ wird Ji Sun Hagen an verschiedenen Formen von Archiven forschen.Was galt/gilt heute noch als wichtig genug, um Platz in einem Archiv zu finden und welche Narrative werden (weiterhin) ausgegrenzt? Wie kann ein Archiv gelebte Geschichten weitergeben und nicht nur in einem Museum reglos ausgestellt sein? In der Auseinandersetzung sollen performative Formen im Sinne des „Körpers als Archiv“ recherchiert werden.

 

 

 

 

 

Philip Albus

Der Musiker, Soundkünstler und Neurowissenschaftler Philip Albus möchte mit „Y Days Out Of X“ darauf aufmerksam machen, wie chronische Erkrankungen Teilhabe am „normalen“ Leben verhindern und es klingt, wenn der Radius der Welt sich verkleinert und man auf sich selber zurückworfen wird. Er fragt, wie das durch seine Krankheit eingeschränkte und geprägte Klangbild zugänglich gemacht werden kann.

 

 

Kristin Gerwien

Kristin Gerwien forscht am Beispiel ihrer eigene Stimme, wie sie jene als theatrales und performatives Mittel einsetzen kann. Wenn ein Schrei angereichert durch elektronische Frequenzen einen Raum erschüttert, wie eindringlich kann Stille sein? Wie „stumm“ kann ein Schrei sein und dabei denoch eine klangliche oder atmosphärische Wirkung erzeugen, die dem*r Hörer*in einen Schauer über die Haut treibt?