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October

NEARLY CLOSE ENOUGH TO KISS

vom 28.8. – 5.9.

im Ex-Sta travel Shop in der Wettergasse 26

Ein Theater-, Performance-, Musikprojekt in einem leer stehenden Ladengeschäft 
Corona-Zeit ist Streaming-Zeit oder wie es in einem Artikel heißt: Die Virtuosen des Analogen stürzen sich ins Netz. Das TNT hat sich dem Trend verweigert und nicht gestreamt, allerdings ohne sich daran beteiligen zu wollen, gerade geöffnete digitale Türen sofort wieder zuzuschlagen.Wir haben uns gefragt, was tun, wenn unser Theaterraum uns plötzlich den Zugang verwehrt, der uns so selbstverständlich erschien? Weil die Luft, die wir dort atmen, zur Ansteckungsgefahr geworden ist. Was tun, wenn wir die Dinge nicht mehr so berühren dürfen, wie wir es gewohnt waren, wenn die Nähe zwischen Menschen durch Abstandsregeln bestimmt wird? Auf was können wir verzichten und dadurch eventuell Neues entdecken und auf was können und wollen wir nicht verzichten? Nearly close enough to kiss ist eine Hommage an das Unverzichtbare, an lebendige menschliche Begegnungen, an Nähe und Intimität, an gemeinsame Anwesenheit, an Live-Erlebnisse.Mitten in der Marburger Oberstadt, in der Wettergasse 26, öffnet um 12 Uhr das Büro für Ab- und Ansagen, um 16 Uhr folgt die Verkündigung der Ab- und Ansagen des Tages, ab 17 Uhr gibt es (mit Anmeldung unter 0160 99615293) verschiedene 15-minütige Live-Performances für jeweils 1 oder 2 Zuschauer*innen, ab 20 Uhr startet das Abendprogramm:
Cry Baby Cry / Das ist kein Club. Das ist kein Rave / Survival Songs / Konzert / Schreien in angemessener Lautstärke / The Couch Artist plays Erotic Tischtennis / Silent Disco. Anschließend nächtliche Night Workers und die Licht- und Videoinstallation „Nearly close enough to kiss“.
Mit: Kristin Gerwien, Katrin Hylla, Charlotte Bösling, Rolf Michenfelder, Aran Kleebaur, Ida Daniel, Steffi Tauber, Camil Morariu, Victoria Schmidt, Burcak Konukman,Herbert Graf, Hanna Steinmair, Tosho Stoyanov. Eintritt frei, Spenden werden nicht abgelehnt.

EINS ZU EINS oder EINS ZU ZWEI

von TNT
Lassen Sie sich beschenken!
Mit einer 15-minütigen Live-Performance. Konzipiert für eine Zuschauer*in, manchmal auch für zwei.
Sie werden erwartet, Sie werden in den Laden gebeten und zu Ihrem Platz geführt. Dort treffen Sie auf eine Darsteller*in, die Ihnen dieses Geschenk macht.Speziell für Sie. Ganz nah. Eben nearly close enough to kiss.
Für Nearly close enough to kiss haben wir neun verschiedene Performances erarbeitet:
Die Performances beginnen täglich um 17.00 / 17.25 / 17.50 / 18.15 / 18.40 Uhr, am Samstag, 5. September auch um 19.05 / 19.30 / 19.55 / 20.20 / 20.45 Uhr. Anmeldungen sind ab 20.8. möglich, täglich 12-14 Uhr unter 0160 99615293. 
Lassen Sie sich überraschen! Ein Geschenk ist natürlich auch immer eine Überraschung. Welche der neun Performances Sie geschenkt bekommen, wissen Sie vorher nicht. Damit Sie – falls Sie mehrmals kommen wollen – nicht das gleiche Geschenk zweimal bekommen, haben wir die Performances nummeriert. Wenn Sie sich also beim ersten Mal zum Beispiel für die Nr. 3 angemeldet haben, wählen Sie beim nächsten Mal eine andere Nummer. Im Paket versteckt sind u.a. Hanna Steinmair: 2/100 Heldentode (Serie), Rolf Michenfelder: Am 9. Februar 2007 erhielt ich eine Ansichtskarte aus Mexico, Victoria Schmidt: Das perfekte Dinner – in 15 Minuten 36 mal Nähe, Burçak Konukman: Post- bank, Ida Daniel: Teilchen, Camil Morariu: Ich sehe was, was du nicht siehst..eine Performance für die Sinne, Kristin Gerwien: Doll on a music box, Herbert Graf: AXT(2020).

 

CRY BABY CRY

von Rolf Michenfelder:
Cry Baby Cry ist eine Hommage an eine sogenannte „private Angelegenheit“, das Weinen. „Veranstaltungen, in denen öffentlich geweint wird, so wie öffentliches Lachen veranstaltet wird, gibt es nicht.“ (Alexander Kluge)
In Cry Baby Cry hat man „nah am Wasser gebaut“. Es wird leise geweint, laut geweint, heftig, hemmungslos, still, verzweifelt, glücklich, zornig, verzückt. Es wird geschluchzt, geheult, geflennt, geschnieft, geschluckt. Kein Grund ist zu groß, zu klein, zu banal, zu idiotisch, zu kitschig, zu tödlich, zu hinterhältig, zu taktisch, zu verräterisch, zu lächerlich, zu gewalttätig, zu absurd, ……… .
Cry Baby Cry spielt im Schaufenster. Der Schauspieler drinnen, die Zuschauer draußen. Sehen kann man ihn immer. Hören nur dann, wenn man einen der vielen Kopfhörer aufsetzt. Dann ist er ganz nah. Es geht u. a. um Intimität.

Doppelabend:

COUCH ARTIST PLAYS EROTIC TISCHTENNIS

von Burçak Konukman
In these long days of quarantine professional romantic couch artist Burçak Konukman creates a special erotic tisch tennis edition to stay fresh and sexy. Publikum is wildly inivited for this unique performance but touching is not allowed. “ i taste guood, I smell good“ so says the couch artist in our talk..

&

DAS IST KEIN CLUB. DAS IST KEIN RAVE.

von Aran Kleebaur
Wie ein Metronom, das sich plötzlich überholt, wie ein Quintenzirkel, der aus der Form gerät, wie ein Dancefloor, der sich jetzt entscheiden muss – die Solo-Performance „Das ist kein Club. Das ist kein Rave.“ erkundet einen Moment des Übergangs. Als die DJ plötzlich mitten in ihrem Technoset ein Punk-Lied spielt, verändert sich die tanzende Menge auf eine nur scheinbar einheitliche Weise. Im Überschreiten der Genregrenzen verschieben und verdichten sich die Dinge. Aran Kleebaur rüttelt an diesen Bewegungen, kündigt sie an, ruft sie aus. Dabei bearbeitet er fortwährend jenen Punkt, an dem die Selbstbefragung in ein anderes Denken umschlägt, einen Punkt, an dem ein Selbst nicht länger vorausgesetzt werden kann. Und dann kommt die Polizei…

SCHREIEN IN ANGEMESSENER LAUTSTÄRKE

von Kristin Gerwien
Schreien in angemessener Lautstarke befasst sich mit der Inszenierung, Kontrolle und Steuerbarkeit des Phänomens Schrei. Der Schrei wurde in seiner kulturgeschichtlichen Entwicklung in erster Linie als lautstarker, stimmlicher Ausdruck und akustisches Zeichen eines Affekts gesehen, als Technik jedoch vernachlässigt. Kristin Gerwien fügt in einer experimentellen Anordnung bestehend aus Stimme, einem vorproduzierten DJ-Set von Moritz Junkermann,  Effektgeräten und performativen Einlagen spielerisch die vielfältigen Erscheinungsformen des Schreis zu einer Soundcollage zusammen

SONGS TO SURVIVE

TAIKA sucht in minimalistischen Songs mit ihrer Ukulele nach dem Hoffnung verheissenden Schimmern und Glühen in den Ecken und Kanten vermeintlichen Unglücks. Heute Abend lässt sie Euch in ihre Song-Bubble hineinschauen und -hören und sucht mit Euch zwischen zerplatzten Träumen, gebrochenen Herzen und gescheiterten Plänen nach Ideen und Melodien, die – zart, zerbrechlich und unaufgeregt schillernd wie Seifenblasen – die Schönheit in der Unberechenbarkeit des Lebens aufstöbern.

 

BÜRO FÜR AB – UND ANSAGEN

von Katrin Hylla
Sag alles ab /Geh einfach weg/halt die Maschine an und frag nicht nach dem Zweck/ Reiß deine Fesseln doch entzwei /Und lass das Dreckschwein mal zuhause/Die Zeit der Schmerzen ist vorbei/Die Karriere macht mal Pause/Sag alles ab/Wirf alles weg. (Tocotronic)
Sie halten die Arbeitsbedingungen/die Erwartungen an eine Beziehung/die Vorstellungen von Freundschaft (…) für unzumutbar? Das Angebot auf beruflicher oder privater Ebene entspricht absolut nicht Ihren Vorstellungen? Sie sind einfach nicht motiviert? Ob Initiativ- oder Sammelabsage: Das Büro für Ab-und Ansagen steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite bei Ihrer ersten offiziellen Absage. Bedauern Sie, keinen positiven Bescheid geben zu können und wünschen Sie für die weitere Zukunft alles Gute, aber SAGEN SIE AB. Wenn erst mal alles abgesagt ist, ist auch wieder Platz für Ansagen. Wir sagen also erst ab und dann an. Und hin und wieder etwas auf. Ihre kompetente Beraterin ist Katrin Hylla
Vom 1.9.- 5.9. Täglich geöffnet von 12 – 15 Uhr. Absagen des Tages dann um 16 Uhr.