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February

Nearly Close Enough to Kiss Nø 4

2. Juni 2023 – 10. Juni 2023 in der Augustinergasse 2

Einlass frei!

Im Jahr 2020 entstanden, findet das performative Festival NCETK in diesem Jahr seine Fortsetzung. Zwischen dem 2. und dem 10. Juni 2023 wird ein innenstädtischer Raum temporär bespielt – diesmal in der Marburger Oberstadt. Theater, Tanz, Musik und Performance werden sich unter einem Dach in der Augustinergasse 2 finden.
Das Publikum wird zu 15-Minütigen Performances, Konzerten und Theaterstücken eingeladen, die abwechselnd nur für eine:n Zuschauer:in, aber auch für größere Zuschauer:innenmenge konzipiert sind. An zwei Abenden erleben wir Abendveranstaltungen als Konzert von Kristin Gerwien (Marburg) und Tanzperformance von PINK & BLAU (Wiesbaden). An zwei Samstagen wird das Festival mit einer Silent Disco mit handverlesenen DJs, und zwar direkt auf der Straße, gekrönt. Es erwartet Dich eine Woche voller Performances von einzigartigen Künstler:innen aus dem gesamten Bundesland und weit außerhalb.
Komme dem Theater allmählich nah für einen Kuss!

Das Programm

Anne Decker | Du schaffst das Endlevel
Performance & Tanz

am 2., 3. und 4. Juni 
Performerin Anne Decker springt von Level zu Level: Sie überfliegt das Patriarchat, bremst den Klimawandel und kämpft gegen Altersarmut. Und du kannst das auch! „Du schaffst das Endlevel“ stellt das Gelingen in den Fokus: Alles, was läuft und mal so richtig gut klappt! Auf Grundlage des Videospiels „World of Illusion“ untersucht die Arbeit mit tänzerischen Mitteln die Magie, die wirkt, wenn einem die Ereignisse plötzlich zuspielen. Die Performance forscht nach einem Konzept von Gelingen, das außerhalb von Wachstums- und Erfolgslogiken wirksam ist.

 

Yinfu Gao | Dead/Line
Tanz

am 7., 8., 9. und 10. Juni & in englischer Sprache (max. 2 Zuschauer:innen)
Flowers have 1000 lifetimes. Fox spirits have 9 lifetimes. Humans have 3 lifetimes. In between life and death, there is…? According to a Chinese myth, there is a “forgotten river” after death and a bridge that leads the dead to the next life. Will you cross the bridge? 10…9…8…7…6…5…4…3…2…1…0. Is death the dead deadline?

 

Kristin Gerwien | Tohuwabohu
Performance mit Choreografie von Ida Daniel

am 6., 7., 8. und 10. Juni 
Etwas wandert durch die Adern und Nerven, kriecht unter der Haut, entlang der Knochen, strömt durch die Haare. Es dreht Spiralen, hängt in Feedbackschleifen fest. Was ist das? Sind das elektromagnetische Signale? Explosionen? Kristin Gerwien ist mit choreographischen und musikalischen Mitteln einem scheinbar endlos rotierenden Chaos auf der Spur, das eine Art Wohnrecht auf Körper und Gedanken zu behaupten scheint.

 

Kristin Gerwien | Die Nacht, in der …
Performance mit Text von Rolf Michenfelder

am 3., 4. und 8. Juni
„… Es war auch die Nacht, in der der Sommer vorbei war. Ganz unerwartet. Plötzlich war er vorbei. Die Sommerluft. Weg. Der Sommergeruch. Weg. Ganz plötzlich. Einfach vorbei. Stattdessen Regen. Ununterbrochen Regen. Regen, der nicht mehr aufhören wollte. Regen. Regen. Regen… Nass. Alles nass.“ Kristin Gerwien spielt die Rolle einer Frau, die im Geflecht ihrer Erinnerungen, Gefühle und eines Verbrechens umherwandert.

 

solo Kollektiv almost good aka Arnita Jaunsubreena | Well done
Lecture Performance

am 8., 9. und 10 Juni & in deutscher, englischer und lettischer Sprache
„Ich bin super schlecht in Ankündigungstexte schreiben… Kommt einfach… Wir werden über Faultiere reden. Und über die Arbeit.“

 

Nisse Kreysing | Nur mal so als Beispiel
Performance mit Text von Rolf Michenfelder

am 2., 3., 4. und 10. Juni
„Du bist ja nicht allein. Da sitzen Menschen. Wissen Sie wie man die nennt? – Publikum. Publikum nennt man die. Und du stehst da, siehst vielleicht scheiße aus. Alles was du machst, können die sehen. Alles. Ob du brillante Momente hast oder ob du flach aufs Gesicht fällst. Können die alles sehen. Mit nach Hause nehmen. Weiter erzählen.“ Nisse Kreysing kämpft sich durch all die Fragen und Sorgen, die einen überfallen können, wenn man so allein auf der Bühne steht.

 

Rolf Michenfelder | Ich wär so gern Lars Eidinger
Performance

am 2., 3., 7., 8. und 10 Juni 
Irgendwie fühlt es sich für ganz viele Leute besser an, den Lars nicht zu mögen. Da heißt es dann zum Beispiel: „Wenn er in roter, knapper, samtiger Turnhose bei den Proben zum Jedermann in Salzburg rumläuft und Sprechübungen macht. Allein dieses Turnhöschen! Er kann nichts dafür, es gehört ja zum Kostüm, aber dass er damit auf Stöckelschuhen durch die Sitzreihen läuft, obwohl das vielleicht auch in Jeans und T-Shirt gegangen wäre, nervt, weil diese verdammte Hose so Eidinger ist.“ Also ich finde den Lars super. „Es geht darum, sich angreifbar zu machen, sich zur Disposition zu stellen“, sagt der Lars. Genau!

 

Rolf Michenfelder | Mach doch mal was Lustiges
Performance

am 2., 3., 8. und 10. Juni 
„Gutes Stück“, sagte der Mann damals, „Doch. Hat mir gefallen. Aber machen Sie doch mal was Lustiges.“ – „Äh, jaja… hab ich ja gerade eben.“ Und er: „Wie. Echt?“ – „Jaja. Gerade eben.“ – „Ahaa… Ahaa. Aber da war ja keine einzige Pointe drin.“ – „Jaja… das… das stimmt, Pointe war da… keine.“                                                            

Clarissa Sacchelli | We’re alive
Tanz mit künstlerischer Mitarbeit von Laura Salerno

am 6., 7., 8., 9. und 10. Juni 
Menschen sitzen zusammen in einem sommerlich hellen Raum. Manche mit offenen, andere mit geschlossenen Augen. Das Blinzeln Vieler kreiert einen sensiblen Rhythmus. Tausend Rhythmen halten einen einzigen Körper zusammen. Beim Wahrnehmen von Körper innewohnenden Rhythmen und solcher, die von außen auf ihn wirken (wie z.B. Musik) wird die physische Existenz des eigenen Körpers wahrnehmbar und die Vermutung entsteht, dass Rhythmus als Strategie genutzt werden könnte, sich Dingen von außen zu widersetzen. „We’re alive“ ist eine Reise durch Zeit und Raum: obwohl es hier und jetzt sonnig ist, ist es an Orten, die wir nicht sehen, bewölkt. In Gedanken zwischen Sonne und Wolken hin- und herwechselnd, zwischen dem Wissen, dass wir jetzt leben und eines Tages sterben, entsteht ein vielschichtiger Rhythmus der Kraft und des Spürens, der stark macht.

 

Laura Salerno | working with time
Performance mit künstlerischer Mitarbeit von Clarissa Sacchelli

am 6., 7., 8. und 9. Juni & in englischer Sprache
The plasticity of time oozing through our fingers. A month that passes by within a blink. An one hour appointment that takes forever. To get lost while working, while doing, while making. What tempo would life have without deadlines? To sense time passing by, to exist from one second after the other while crafting something. This invitation is to breathe and observe.

 

Victoria Schmidt | Stand up Mom oder wie ich lernte, grandios zu scheitern, immer und immer und immer…
Performance & Schauspiel

entfällt aufgrund von Krankheit
Natürlich wollte ich schon immer Kinder. Natürlich wollte ich schon immer schwanger werden. Natürlich ist mein Kind das beste der Welt. Und natürlich will ich auch die beste Mutter der Welt sein. Und wie alles im Leben muss ich das nur wirklich wirklich, ganz ganz feste wollen, bei gleichzeitiger Gleichgültigkeit. Dann klappt das auch. Wir sitzen alle im gleichen Boot, heißt es. Nur haben manche einen Bootsführerschein gemacht und manche haben sich die Schwimmweste falsch rum angezogen. Und nein, das soll keine geschmacklose Anspielung auf Geflüchtete sein! Zack, schon wieder gescheitert. Mitten im Ankündigungstext. Was soll meine Tochter später mal von mir denken? Dabei vergesse ich zu erwähnen, dass sie auch noch einen Papa hat. Den besten der Welt. Tatsächlich! Aber es geht hier heute um mich, die Mutter, die Schauspielerin, die jetzt auch schreibt und das auch noch vorliest. Immerhin gibt es Kaffee und Kekse.

 

🎸I LOVE YOU MORE THAN YOU CAN THINK 

Karaoke- und Cover-Konzert von Kristin Gerwien am Montag, 05. Juni, 20:30

Liebeslieder, Liebeslieder, Liebeslieder. Kristin Gerwien singt über Gefühle, die so groß, so überwältigend sein können! Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood schrieb einmal: „Männer haben Angst, dass Frauen über sie lachen könnten. Frauen haben Angst, dass Männer sie töten könnten“. Mit herzzerreißender bis verstörender Liebeslyrik von Nat King Cole, The Human League, The Everly Brothers, Marianne Faithful, The Bangels und anderen.

 

💥Boom! Happ(e)NING


Tanzperformance von PINK&BLAU am Freitag, 09. Juni, 20:30

PINK&BLAU sind Lena Kunz und Mareike Buchmann aus Wiesbaden. Sie definieren Tanzimprovisation, Happening und Fluxus neu. Oder: Was scheren uns Schubladen und Begriffe! Der Prozess ist die Aufführung. Die Lust, die Vorbereitung. Der Boden, unser Vertrauen. Wir nehmen uns Raum, wir gestalten Raum, wir lassen uns Raum. Boom! Boom! Happy! Yeah!

 

& SILENT DISCO mit SEMPER, DJ Etnico, Thaomi und Sanctuary
an Samstagabenden
🎧

Augustinergasse 2, Altstadt Marburg
Eintritt frei
Wir bitten um verbindliche Reservierung unter 06421/62582, kontakt@theaternebendemturm.de oder direkt vor Ort.
Bilderrechte Foto oben: (c) ullstein bild
Bilderrechte Motiv: Paula Codoner